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Social Media für Unternehmen – wie viel (Zeit)Aufwand ist das?

June 14th, 2010

Diese Frage höre ich zwar oft, trotzdem gibt es keine kurze Antwort darauf. Im Gegenteil, ich stelle meistens Gegenfragen wie:

„Was genau haben Sie denn vor?“
„Welche Ziele im Social Media Bereich verfolgen Sie?“
und „Wer soll sich darum kümmern?“

Ganz kurz zusammengefasst: je vielfältiger man sich engagiert umso mehr Aufwand ist es. Je mehr Aufwand man betreibt umso stärker wird sich die Social Media Aktivität auswirken. Dafür verwende ich gerne das Beispiel eines Segelbootes: es kommt auf die Gesamtfläche der Segeln an, die man setzt. Aber genauso darauf, dass die Segeln effizient gesetzt werden.

Das heißt jetzt nicht unbedingt, dass man nur mit einer kompletten Marketing-Abteilung – extra für Social Media abgestellt– starten kann. Möglichst viel Aufwand ohne Ziel hilft nichts – ganz nach dem Motto „wir segeln zwar am Schnellsten, kennen den Weg aber nicht…“

Zu Beginn lohnt es sich zu beobachten, wo die Gespräche stattfinden. Wo sind IHRE Kunden unterwegs? Welche Kanäle nutzen sie? Welches Engagement zahlt sich für Ihr Unternehmen aus? Das ist ziemlich viel Aufwand und ist in den meisten Fällen besser bei der Agentur Ihres Vertrauens aufgehoben, denn dort sitzen die Profis, die die Gewässer gut kennen…

Wenn die Strategie einmal feststeht dann liegt es an Ihnen: ob die Onlinekommunikation Sache einer Abteilung, eines Mitarbeiters, der gesamten Firma ist – für jeden der Fälle gibt es zahlreiche erfolgreiche Beispiele. Wofür man sich am Ende entscheidet hängt nicht zuletzt von der Strategie ab, die man im Vorfeld entworfen hat.

Ganz wichtig und sehr oft vernachlässigt ist die Erfolgskontrolle und die Nachjustierung: spätestens alle 3 Monate gehört sowohl die Strategie als auch die Umsetzung auf Effizienz und Verbesserungspotential überprüft. Um auf das Segelbeispiel zurückzugreifen: Ohne Erfolgskontrolle und Nachjustierung online zu arbeiten heißt, während des Segeltörns Kompass und Navigationsgerät zu ignorieren…

2010: 6 Social Media Trends für Österreich

June 11th, 2010

Trends vorherzusagen ist so eine Sache: manche Vorhersagen treffen schneller ein als erwartet, manche dauern etwas länger (auf den gewaltigen Podcastboom in Österreich warte ich seit 2007)

Dennoch wage ich die Vorhersage und freue mich auf eine lebhafte Diskussion dazu…

1) Unternehmen werden am Social Web teilnehmen – aktiv oder passiv

Ganz klar: 2010 wird man sehen, welche Firmen Social Media ernst nehmen, in ihrer Unternehmenskommunikation fix verankern und aktiv nutzen. Man wird auch sehen, wer nur „irgendwie“ dabei ist, ohne die Medien zu verstehen. Klassische PR 1:1 auf die neuen Medien umzulegen wird auch 2010 nicht funktionieren.

2) Werbebudget Social Media

Social Networks werden in den Werbeausgaben auftauchen – oder sollten es zumindest. Werbung soll dort stattfinden wo die Kunden sind, oder nicht? Mehr als 1.460.000 Facebookuser in Österreich (Stand per 7.1.10) senden da eine deutliche Botschaft. Auch Klein- und Mittelunternehmen können die Synergien der Social Networks nutzen, es gilt die Devise: Engagement toppt Finanzkraft.

3) Der Hype endet, der Alltag beginnt. Messbar.

Social Media Kampagnen müssen messbar werden. So schnell, wie der Hype um Social Media auch wieder vorüber sein wird, so schnell wird es erforderlich sein, zum Alltag überzugehen. Der Alltag schaut so aus, dass man selbstverständlich die Social Networks ins Werbebudget integrieren wird und genauso selbstverständlich eine messbare Prognose und Kontrolle fordert. Dieser Punkt wird von Social Media Verantwortlichen schwer zu erfüllen sein und trotzdem stark nachgefragt werden.

4) Mobil, schnell, verbunden.

Die Zukunft ist auch in Österreich mobil: immer bessere Handys, immer größere Verbreitung von Smartphones erlauben es Anwendern, auch unterwegs auf ihr Social Network zuzugreifen. Gut, wenn ihre Firma positiv kommentiert wird und/oder sich selbst um eine positive Darstellung kümmert. Schlecht, wenn nur Negatives – oder nichts – zu finden ist.

5) Marketingleute bekommen neue Kollegen

Man wird sich an neue Berufsbezeichnungen gewöhnen müssen. Statt mit dem Unternehmenssprecher wird man auch mit dem Chief Social Media Officer reden, neben den PR-Verantwortlichen wird man auch auf Social Media Specialists treffen. Neben den neuen Berufsbezeichnungen wird es hoffentlich auch standardisierte Ausbildungen oder Prüfungen geben.

6) Hoffentlich: Mitarbeiter bekommen mehr Medienkompetenz zugestanden

Dieser Punkt ist mehr eine Hoffnung für 2010 als ein prognostizierter Trend, aber dennoch: Mitarbeitern muss mehr Kompetenz im Bezug auf Social Media zugestanden werden. Die Parole lautet: „Aufklärung statt Ausschluss“ und bald werden so Dinge wie die firmenseitig gesperrte Facebook- oder Youtubeseite und Twitterverbot eine Firma endgültig als Onlinedinosaurier outen.

Das ist meine Prognose für 2010. Was denkt ihr, was uns 2010 bringt? Schreibt mir eure Trendprognose in die Kommentare!

Social Media im B2B-Bereich (I) “brauchen wir das?”

June 10th, 2010

“Social Media ist ja ganz nett für die Freizeit und vielleicht auch sinnvoll im B2C-Bereich, aber ich bin im B2B-Bereich tätig, da ist das etwas ganz anderes.”

Nein, ist es nicht. Ob im B2C- oder B2B-Segment, man hat mit Menschen zu tun. Auch wenn es Unterschiede in der Ansprache gibt, eines bleibt gleich: Menschen haben am liebsten mit Unternehmen zu tun, die ihnen bekannt sind oder die ihnen – von jemandem, den sie schätzen – empfohlen wurden.

Dazu ein kurzer Spot (englisch), der verdeutlicht, wie ähnlich die Ansprüche auf “ich will Sie kennen, bevor ich von Ihnen kaufe” trotz der Technologieentwicklung seit Ende der 1950er sind:

Früher war die Empfehlung vor allem direkte Mundpropaganda. Messen, Kongresse, etc. waren noch vor wenigen Jahren vor allem wegen der Gespräche, der Kontaktanbahnung und des “Kennenlernens” extrem wichtig.

Das hat sich natürlich nicht komplett geändert, diese Gespräche sind nach wie vor wichtig, aber die Definition von “Gespräch” ändert sich: ein Gespräch kann heute durchaus auch eine Unterhaltung in einem Fachforum sein.

Kennenlernen kann man sich mittlerweile virtuell: was vor einigen Jahren noch ausschließlich ein direktes “darf ich vorstellen…” war kann jetzt ein Kontaktvorschlag auf Xing durch einen Geschäftspartner sein.

Auch Empfehlungen haben sich gewandelt: Auf LinkedIn kann man empfohlen werden, wer gute Beiträge in spezialisierte Informationspools wie Slideshare oder Scribd hochlädt erhält auch von Unbekannten gute Bewertungen, die einer Empfehlung gleich kommen.

Machen Sie sich nichts vor: Ihre Kunden sind im Internet unterwegs. Ihre Kunden lesen in Fachforen, nehmen Kommentare zur Kenntnis und nutzen Social Networks. Die Frage ist: sind Sie dort, wo Ihre Kunden sind?

Wer meint, ohne Social Media im B2B-Bereich auszukommen verpasst etwas – ganz sicher gute Gespräche, sehr wahrscheinlich gute Geschäfte.

Demnächst geht es weiter mit Teil 2 der Serie Social Media im B2B-Bereich und der Frage “Wieviel Aufwand ist das?”